Selbermachen

 

Schmuckstücke herzustellen, wie Sie sie hier sehen, ist eigentlich, technisch gesehen, überhaupt nicht schwer. Auch das Werkzeug, das Sie benötigen, findet sich meistens sowieso im Haushalts-Werkzeugkasten oder ist im nächsten Baumarkt erhältlich....ich muß Sie hier nur noch darauf aufmerksam machen, daß ich die hier gezeigten Ketten nicht nacharbeiten kann bzw. will. Selbermachen ist angesagt!

Ich kann hier leicht aus dem Nähkästchen plaudern. Ideenklau ist durchaus erwünscht. Das Wichtigste ist eben das Auge und die Phantasie. Das kann man trainieren! Überall, wo ich bin, halte ich Ausschau nach verwertbaren Dingen. Das kann eine Fahrradspeiche sein oder ein zerbrochenes Glasstück, altes Besteck, Spielsteine, überhaupt alte Gegenstände, die nur nicht zu groß sein dürfen.

Ein Beispiel für die Verwendung von alten Löffeln ist dieses Tier samt Anhang:

                                                                                        

Dafür sind drei Löffel verwendet worden, ein größerer und zwei gleichgroße Kleine. Der Hals des großen Käfers ist mit einem normalen Lötkolben und Lötzinn am Löffel festgelötet. Das kleine Käfertier besteht aus Körper und Flügeln. Der Flügel-Löffel wurde einfach in zwei Teile zersägt, mit der kleinen Flex (Erklärung des Werkzeugs weiter unten). Löcher in die Löffel gebohrt (gleiches Gerät), Draht durchgezogen. Steine eingeklebt (unbedingt Zwei-Komponenten-Kleber, Erklärung ebenfalls unten). Mit den “Fühlern” über eine Kette gehängt - fertig!

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

 

Jetzt können Sie schon erkennen, woraus dieser Käfer besteht: wiederum zwei Löffel. Der Körper ist ein alter Silberlöffel, das ist wichtig, denn das Silber dieser Teile ist so dünn, daß es mit der Hand gebogen werden kann. Ich habe also den oberen Teil erst vom Griff geflext und dann mit der Hand einfach nach unten gebogen. Der zweite Löffel gab die Flügel, die ich in Form gesägt bzw. geflext habe. Hals hingelötet, Fühler hingelötet, Steine eingeklebt. Kette an den Fühlern befestigt. Ist doch nicht schwer..

                                                                              

                                                    

Um das Thema Löffel, mit dem man eben gut einsteigen kann, noch fortzuführen: eine weitere Löffel-Schöpfung. Im Gartencenter Seeigel-Schalen gesehen. Ein altes Püppchen vom Flohmarkt aus Porzellan. Unterleib abgeflext (autsch!), den Seeigel - nein, nicht absichtlich zerbrochen, das kam einfach so, und die Kanten sind so schön gezackt...) Über dem Puppenkopf aufgeklebt. Kette in Plastikschlauch aus dem Baumarkt gezogen. Löffelstiel so umgebogen, daß er auf den Plastik"halsreif" paßt. Fertig! Das Besondere an dieser Kette ist die Farbharmonie. Die Perlen passen genau zu der orange-rosa Färbung des Seeigels, genauso der Porzellanton des Kopfes. Und daß der Löffel an der einen Seite richtig abgenutzt ist, betont das Alter und macht ihn persönlich. Das hochglanzpolierte Silber führt zu einer Spiegelung der Schale, was bei Bewegungen der Trägerin deutlich zu sehen ist.

                                                                              

 

Und noch ein Löffel - aber dann ist Schluß! Ein großer Suppenlöffel, in der Mitte geteilt, ein kleiner Kaffeelöffel über das Püppchen geklebt (vom Flohmarkt). Unten zwei Bernsteine, einer ein Manschettenknopf, einer ein Anhänger, beides auch vom Flohmarkt, festgeklebt und -gelötet, wo Metall vorhanden war. Kette drangehängt an zwei vorher festgelötete Ösen. Hätte man auch Löcher bohren können. Kette war ebenfalls vom Flohmarkt. Also Augen offenhalten!

Und das ist die Mindestausrüstung, die Sie zur Schmuckherstellung benötigen:

ein kleines Bohrgerät, wie es sie bei den Discountern fast regelmäßig gibt, für zwischen 20 und 25 Euro. Man kann natürlich auch einen Dremel kaufen, für das Dreifache - aber das ist eben der Mercedes unter den kleinen Bohrern. Diese Geräte haben Zubehörteile in ausreichender Menge dabei. Man kann mit ihnen bohren, schleifen und eine Flexscheibe einsetzen, d.h. man kann mit ihnen sägen, Löffel zerlegen etc.

Einen Lötkolben mit 80 Watt - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Lötzinn (ich verwende Fittingslot aus der Handwerkerabteilung, das ist 97% reines Zinn und 3% Kupfer = keine Allergien hervorrufend) oder für große Stücke Lötpaste, ebenfalls Handwerkerabteilung, ebenfalls reines Zinn (lebensmittelecht). Lötwasser.

Einen Satz kleiner Zangen: eine Rundzange, eine Flachzange, einen Seitenschneider. Mehrere Zangen sind schön, aber nicht absolut notwendig. Wichtig ist, daß es kleine oder "Elektroniker"-Zangen sind. Auch diese sind preiswert als Satz im Baumarkt zu erhalten.

Zwei Arten Klebstoff: einen Sekundenkleber für kleine Klebungen mit zwei geraden Flächen und einen sog. Zwei-Komponentenkleber für Stücke mit Zwischenräumen. Ich selbst nehme Uhu Sofortfest. Wird sehr schnell hart, d.h. man muß schnell kleben, braucht aber dann auch nicht lang zu warten, bis der Kleber fest ist. Für Langsamere ist der gleiche Kleber als Schnellfest zu empfehlen.

Ein Päckchen Stahlwolle der Stärke 000 zum Polieren der fertiggestellten Metall-Teile. Patina zum Einfärben des gelöteten Zinns (Bastelgeschäft). Frisch verarbeitetes Zinn sieht billig aus - finde ich zumindest. Zaponlack (Spray, Bastelgeschäft), um ein Anlaufen des Zinns zu verhindern. Dort erhalten Sie auch Ösen und Verschlüsse, Lederbänder, Ketten etc.
 

Und nun können Sie sehen, wie man Dosen und Schächtelchen aller Art füllen kann! Bitte HIER klicken.

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